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Sollten Kinder eine Pulsuhr tragen?

Cicmod PulsuhrenPulsuhren, Fitness-Tracker und dazugehörige Apps für das Smartphone überfluten den Fitness-Markt. Was als Hilfsmittel für Sportler begann, bestimmt den heutigen Alltag vieler Menschen. In Zeiten der permanenten Selbstoptimierung ist die Pulsuhr bzw. das Fitness-Armband allgegenwärtig. Man findet Handwerker, die ihre zurückgelegten Schritte auf einer Großbaustelle zählen. Büroangestellte steigen lieber die Treppen ihres Bürohauses empor als im Fahrstuhl zu fahren und überprüfen mittels Pulsuhren ihre Tagesleistung. Im Internet gleichen Fitness-Fans ihre Daten mit denen Gleichgesinnter ab und veranstalten sogenannte „Challenges“. Krankenkassen bieten ihren Mitgliedern günstigere Tarife bei Offenlegung der persönlichen Fitness-Daten. Das Geschäft mit den kleinen Helfern am Arm boomt. Nur eine Frage der Zeit, da Fitness-begeisterte Eltern darüber nachdenken, ihren Nachwuchs ebenfalls mit solchem Gerät auszustatten. Frei nach dem Motto: Was einem Erwachsenen hilft, kann doch für Kinder nicht schlecht sein. Doch macht eine solche Anschaffung wirklich Sinn.

Welche Pulsuhren gibt es?

Sollten Kinder eine Pulsuhr tragen?Die verschiedenen Fitness-Helfer und ihre Funktionen:

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  • Fitnesstracker / Fitness-Armband – In erster Linie Schrittzähler und Herzfrequenzmesser.
  • Pulsuhr – Symbiose aus Armbanduhr und Fitness Armband.
  • Smartwatch – In Verbindung mit der App auf dem Handy ein umfassender Trainingsbegleiter für den Hobbysportler. Weitere Funktionen wie Musik abspielen und Telefonfunktion machen die Smartwatch neben dem Sport auch alltagstauglich.
  • Sportuhren – die Alleskönner unter den Armbandmessern. Mit aufwendiger Software und vielen Messparametern ist die Sportuhr der Spezialist für alle Hobby- und Profisportler.

Immer mehr Kinder in Industrienationen wie Deutschland leiden an Fettleibigkeit (Adipositas). Falsche Ernährung und zu wenig Bewegung werden als häufige Gründe angegeben. Marode Turnhallen in deutschen Schulen bedeuten massive Einschränkungen beim Schulsport. Die klammen Kassen der Kommunen machen auch immer mehr Schwimmbädern den Garaus. Überquellende Fitnessstudios bieten eine Alternative für Erwachsene. Kinder hingegen bewegen sich immer weniger, weil die Gelegenheiten dazu fehlen. Doch ändert das Tragen eines Fitness-Armbandes wirklich die Aktivität bei Kindern. Das bleibt zumindest zweifelhaft.

Spielerisch Sport treiben

Ein Fitness-Tracker bietet Sporttreibenden strukturelle Hilfe bei ihren sportlichen Zielen. Er hilft bei der Auswertung von qualitativen und quantitativen Daten der jeweiligen Aktivitäten. Das mag bei einem Erwachsenen Motivation und Ansporn bedeuten. Bei Kindern jedoch sollte man in dieser Hinsicht eher für eine spielerische Freude sorgen, als weniger für die Auswertung von Leistungsdaten. Kinder sollten Spaß daran entwickeln, mit Sport ihren Lebensalltag zu bereichern. Da hilft es dem Nachwuchs eher, dass ihre Eltern mit gutem Beispiel vorangehen und sie darüber animiert werden, sportlich aktiv zu werden. Für sich gesehen, haben Pulsuhren keinen nachweisbaren Einfluss auf die Steigerung von Aktivität.

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Tipp: Seien Sie Ihrem Kind ein Vorbild und inspirieren es durch Vorleben Ihrer eigenen Begeisterung zum Sport. Die Pulsuhr allein vermag das nicht!

Kein Ersatz für den Onkel Doktor

Im Hinblick auf die Kontrolle der Vitalfunktionen beim Sport ist die Anwendung bei Kindern ebenso fraglich. Kinderherzen sind sehr leistungsfähig und befinden sich noch in der Entwicklung ihres ganzen Potentials. Man sollte Kinder nicht in ihrer Aktivität beschränken, indem man ihnen durch permanente Überwachung die Leichtigkeit beim Sport nimmt. Gesundheitliche Probleme wie Herzrhythmusstörungen werden von solchen Armbändern ohnehin nicht aufgezeichnet. Deshalb könnte und sollte ein solcher Helfer auch niemals eine medizinische Kontrolle ersetzen.

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Allein die Nutzung einer solchen Pulsuhr, schadet hingegen natürlich auch nicht. Zumindest nicht per se. Falsch genutzt, können viele technische Hilfmittel dem Menschen das Leben schwer machen. Dies muss nicht generell für Pulsuhren gelten. Wenn Sie Ihrem Kind auch an dieser Stelle Vorbild sind und Ihr Kind es Ihnen gleichtun will, ist der der Kauf einer solchen Uhr selbstverständlich unbedenklich. Finden sie sich in einer solchen Situation wieder, sollten Sie vermutlich dankbar sein, dass ihr Kind lieber die Pulsuhr nimmt, als Plastikspielzeuge aus Fernost, die nach einer Woche das Zeitliche segnen.

Die Vor- und Nachteile der Nutzung von Pulsuhren durch Kinder:

Vorteile Nachteile
Pulsuhren für Kinder
  • bei Steuerung durch die Eltern ist die Erstellung von Belastungsprofilen der Kinder möglich
  • die Pulsuhr kann sinnvoller Ersatz für Billig-Spielzeug sein
  • viele Modelle verfügen über einen GPS-Tracker, mit dem das Kind geortet werden kann
  • Kinder könnten sich belastet und eingeschränkt fühlen, durch permanente Kontrolle
  • zu viele Informationen bedeuten bei Kindern möglicherweise Entzug von Spass beim Sport
  • auch die teure Pulsuhr kann nach kurzer Zeit in der Ecke liegen und ihren Reiz verloren haben

Im Zweifelsfall sollten Kinder jedoch eher geschützt werden, vor einer zu großen Einflussnahme von außen. Bestärken Sie Ihr Kind darin, die Motivation eher aus sich selbst zu schöpfen, als weniger aus einem technischen Hilfsmittel. Das fördert nebenbei die generelle Selbstständigkeit und auch das Selbstbewusstsein ihres Kindes in Bezug auf Sport und darüber hinaus auch in allen weiteren Lebensbereichen. Und wer kann dazu schon Nein sagen?

Bildnachweise: Adobe Stock / maximilian_100, Amazon/ Cicmod

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